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Schwarz vor Augen beim Aufstehen: Warum das passiert und wann Du handeln solltest

Meist steckt ein kurzer Blutdruckabfall dahinter. Wiederholte, starke oder ungewöhnliche Beschwerden solltest Du aber ärztlich abklären lassen.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 1 Kurz schwarz vor Augen beim schnellen Aufstehen passt oft zu einem vorübergehenden Blutdruckabfall durch die Lageänderung.
  2. 2 Typisch ist eine rasche Besserung im Sitzen oder Liegen; eine echte Ohnmacht sollte immer ärztlich eingeordnet werden.
  3. 3 Hitze, Flüssigkeitsmangel, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Alkohol, langes Stehen und große Mahlzeiten können die Beschwerden begünstigen.
  4. 4 Warnzeichen sind unter anderem Brustschmerz, Atemnot, Herzrasen, neurologische Ausfälle, starker Kopfschmerz, Krampfanfall oder anhaltendes Erbrechen.
  5. 5 Medikamente, Salzsteigerung, Kompressionsstrümpfe und ähnliche Maßnahmen solltest Du nicht auf eigene Faust ändern oder beginnen.

Wenn Dir beim schnellen Aufstehen kurz schwarz vor Augen wird, steckt oft ein vorübergehender Blutdruckabfall dahinter. Das ist besonders naheliegend, wenn die Beschwerden nach wenigen Sekunden wieder verschwinden und es Dir im Sitzen oder Liegen rasch besser geht. Ärztlich abgeklärt werden sollte es, wenn es wiederholt passiert, sehr stark ist, neu und ungewohnt auftritt oder mit Warnzeichen wie Ohnmacht, Brustschmerz, Atemnot, Herzrasen, Sprachstörungen oder einseitiger Schwäche zusammenkommt.

Was passiert im Körper?

Beim Aufstehen muss Dein Kreislauf gegen die Schwerkraft arbeiten. Ein Teil des Blutes verlagert sich in Beine und Bauchraum. Dadurch kommt kurz weniger Blut zum Herzen zurück, das Herz pumpt für einen Moment weniger Blut weiter und der Blutdruck kann absinken.

Normalerweise gleicht der Körper das schnell aus: Druckfühler in den Gefäßen, die sogenannten Barorezeptoren, registrieren den Abfall. Der Puls steigt etwas, Blutgefäße ziehen sich zusammen und der Blutdruck stabilisiert sich wieder. Für diesen kurzen Übergang kann das Gehirn etwas weniger Blut und Sauerstoff bekommen. Dann wird Dir benommen, die Sicht verschwimmt oder es wird „schwarz vor Augen“.

Wenn der Blutdruck beim Aufrichten deutlich zu stark fällt, heißt das orthostatische Hypotonie. „Orthostatisch“ bedeutet: durch die aufrechte Körperhaltung ausgelöst. Typisch sind Beschwerden innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten im Stehen, die im Liegen rasch besser werden.

Schwarz vor Augen, Schwindel oder Ohnmacht: wo ist der Unterschied?

Im Alltag wird vieles als „Schwindel“ beschrieben. Medizinisch hilft die genauere Einordnung:

  • Schwarzwerden vor Augen oder Benommenheit: Du fühlst Dich schwach, wackelig oder kurz vor einer Ohnmacht. Die Sicht kann dunkel oder verschwommen werden.
  • Drehschwindel: Es fühlt sich an, als würdest Du Dich drehen oder als drehe sich der Raum.
  • Präsynkope: Du hast das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden, bleibst aber bei Bewusstsein.
  • Synkope: Du wirst plötzlich kurz bewusstlos, sackst weg und kommst danach von selbst wieder zu Dir.

Eine tatsächliche Ohnmacht ist mehr als „kurz schwarz vor Augen“. Auch wenn sie nur wenige Sekunden dauert, sollte sie ärztlich eingeordnet werden.

Häufige harmlose Auslöser

Eine typische Kreislaufreaktion wird wahrscheinlicher, wenn mehrere Dinge zusammenkommen: Du stehst schnell auf, es ist warm, Du hast wenig getrunken oder Dein Körper hat Flüssigkeit verloren.

Häufige Auslöser oder Verstärker sind:

  • schnelles Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen
  • langes Stehen
  • Hitze und starkes Schwitzen
  • zu wenig Flüssigkeit
  • Fieber, Erbrechen oder Durchfall
  • Infekte
  • längere Bettruhe oder langes Liegen
  • Alkohol
  • körperliche Anstrengung
  • große oder kohlenhydratreiche Mahlzeiten

Auch nach einer Mahlzeit kann der Blutdruck bei manchen Menschen leichter absinken, weil mehr Blut im Verdauungstrakt gebraucht wird.

Was Du in dem Moment tun kannst

Wenn Dir beim Aufstehen schwarz vor Augen wird: Setz Dich sofort hin oder leg Dich hin. So verringerst Du das Risiko zu stürzen. Steh erst wieder auf, wenn die Benommenheit weg ist.

Bei milden, typischen Beschwerden können einfache Maßnahmen helfen:

  • Steh langsamer auf und setz Dich vor dem Aufstehen kurz an die Bettkante.
  • Trink über den Tag ausreichend, besonders bei Hitze, Fieber, Durchfall oder Sport.
  • Meide oder begrenze Alkohol, wenn Du zu Kreislaufproblemen neigst.
  • Spann vor dem Aufstehen die Waden an oder bewege die Füße.
  • Spann bei beginnender Benommenheit Oberschenkel, Bauch und Gesäß an.
  • Geh kurz in die Hocke, marschiere auf der Stelle oder stell Dich auf die Zehenspitzen, wenn Du merkst, dass der Kreislauf absackt.
  • Vermeide langes Stehen und anstrengendes Training bei sehr heiß-feuchtem Wetter.
  • Wenn es nach großen Mahlzeiten auftritt: Kleinere, weniger kohlenhydratlastige Mahlzeiten können einen Versuch wert sein.

Wichtig: Medikamente nicht eigenständig absetzen oder verändern. Auch mehr Salz, Kompressionsstrümpfe oder ein höheres Kopfteil können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, gehören aber wegen möglicher Gegenanzeigen in die ärztliche Abstimmung.

Wann Du ärztlich abklären lassen solltest

Lass Beschwerden abklären, wenn sie häufig auftreten, länger anhalten, stärker werden oder neu und ungewohnt sind. Das gilt besonders, wenn Du schon Herzerkrankungen hast, im höheren Alter bist oder neue Medikamente begonnen wurden.

Sofort medizinisch abklären lassen solltest Du Schwarzwerden vor Augen, Schwindel oder Beinahe-Ohnmacht zusammen mit:

  • tatsächlicher Ohnmacht, auch wenn sie kurz war
  • Brustschmerz oder Atemnot
  • schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag
  • plötzlichem starkem Kopfschmerz
  • Krampfanfall
  • Verwirrtheit oder verwaschener Sprache
  • Doppelbildern oder plötzlicher Hörveränderung
  • Schwäche, Taubheit oder Gefühlsverlust im Gesicht, Arm oder Bein
  • Stolpern, Gangstörung oder neuem unsicherem Gehen
  • anhaltendem Erbrechen
  • Blut im Stuhl

Besonders ernst zu nehmen sind Ohnmachten unter Belastung, im Liegen, ohne Vorwarnung, mehrfach kurz hintereinander oder mit deutlicher Verletzung. Auch ein Herzgeräusch, Brustschmerz oder plötzliche Todesfälle in der Familie sind Gründe für eine zügige ärztliche Einordnung.

Welche Ursachen dahinterstecken können

Oft ist es tatsächlich „nur“ eine kurze orthostatische Kreislaufreaktion. Sicher beurteilen lässt sich das aber nicht immer am Gefühl allein.

Mögliche Ursachen oder Risikofaktoren, die ärztlich geprüft werden können, sind zum Beispiel:

  • Herzrhythmusstörungen oder sehr langsamer Herzschlag
  • Herzklappenfehler, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder andere strukturelle Herzerkrankungen
  • Blutverlust, Magen-Darm-Blutung oder Blutarmut
  • Unterzuckerung
  • Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankungen
  • Diabetes mit Nervenschädigung
  • Parkinson-Krankheit und andere Erkrankungen des autonomen Nervensystems
  • Multiple Sklerose
  • Schwangerschaft
  • Infektionen
  • Lungen- oder Nierenerkrankungen
  • Angst- oder Panikstörungen
  • Medikamente, etwa Blutdruckmittel, Entwässerungstabletten, Nitrate, Alpha- und Betablocker, bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika, Beruhigungsmittel, Parkinsonmittel, Prostatamedikamente oder Glaukom-Augentropfen

Gerade Medikamente sind ein wichtiger Punkt: Ein niedriger Blutdruck kann gewollt sein, aber zu stark ausfallen oder mit Flüssigkeitsmangel, Hitze oder Alkohol ungünstig zusammenkommen. Änderungen gehören in ärztliche Hand.

Kurz gesagt

Ein kurzes Schwarzwerden vor Augen direkt nach dem Aufstehen passt häufig zu einem vorübergehenden Blutdruckabfall. Wenn es selten, mild und schnell vorbei ist, helfen oft langsameres Aufstehen, Hinsetzen bei Symptomen und genug Flüssigkeit. Wiederholte, starke, neue oder begleitete Beschwerden sind kein Fall für Durchhalten. Dann sollte geklärt werden, ob Herz, Kreislauf, Blutwerte, Nerven, Flüssigkeitsverlust oder Medikamente eine Rolle spielen.

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